User-generated Mode aus Wien

Manche Ideen sind einfach so gut und scheinen so viel Spaß zu machen, dass man sie am liebsten selbst gehabt hätte. So wie die von Anna und Moritz, die beiden Besitzer von useabrand. Useabrand ist einerseits ein Shop in der Zollergasse 15 (gegenüber vom Cafe Europa, und gleich nach dem fantastischen vietnamesischen Frühlingsrollen Lokal Sapa) in dem die beiden ihre eigenen Modekollektionen verkaufen und andererseits ein Onlineshop mit “user generated content”.

Einmal im Monat wird auf der Website eine Contest veranstaltet, bei dem jeder der eine Skizze von seinen Modeträumen anfertigt mitmachen kann. Die (angemeldeten) user auf der Seite können dann voten welches Stück sie am liebsten “in Echt” produziert sehen würden. Das Gewinnerteil wird dann für den Gewinner maßgeschneidert und anließend für den Shop produziert und verkauft, wobei der Designer sogar am Umsatz beteiligt wird. Die ideale Kombination aus user generated Ideen und professionellem Wissen im Bereich Mode/Produktion/Vertrieb, Mode 2.0.

Von der CI her erinnert useabrand ein wenig an American Apparel, klares, schlichtes Design, keine Rüschen, aber dafür raffinierte Falten und Schnitte. Die Presse schreibt in ihrem Artikel sogar: “Stilistisch reiht sich das Unternehmen in die Kategorie urbane, reduzierte, ökologisch korrekte Mode ein. Der Vergleich mit American Apparel wird dabei laut, vielleicht etabliert sich useabrand als die europäische Konurrenz des amerikanischen Labels.”

Nach dem Pressefrühstück letzte Woche im Offline Shop (seit Dezember in der Zollergasse, Onlineshop gibts seit Ende Mai 09) hab ich Anna Rihl ein paar Fragen gestellt:

Anna, wie ist eure Idee zu useabrand entstanden?
Anna: Zuerst war da der Plan ein Modelabel zu gründen. Einfach ein Modelabel ist aber langweilig. Wir haben uns überlegt, was die Marke noch spannender machen könnte. Durch den ganzen Web 2.0 Hype wollten wir etwas machen, wo die Menschen mitbestimmen können und Einfluss auf die Marke haben können. So ist die Idee entstandem , dass man bei unserem Label selber Entwürfe einreichen kann, die dann nach einer Abstimmung durch die community von uns umgesetzt werden. Nachdem klar war, dass es das noch nicht gab, waren wir davon überzeugt, dass das you-create-fashion Prinzip das Richtige für unser Label ist. Nun brauchten wir nur noch einen Namen, useabrand war am Logischsten.

Wer sind die user, die Entwürfe einschicken?
Anna: Es sind wirklich ganz verschiedene Personengruppen, die uns ihre Entwürfe schicken. Einerseits kommen natürlich viele aus dem Designbereich (Graphik, Architektur, …), andererseits gibt es einige mit einem ganz anderen Backround. Wir hatten schon SchülerInnen, Medizinerinnen, eine Wirtschaftsstudentin,usw. Auch das Alter der user-designer ist immer ganz unterschiedlich.

Was ist bei den Einsendungen zu beachten, wie gewinnt man am besten?
Anna: In erster Linie ist die Idee am Wichtigsten. Dennoch ist uns aufgefallen, dass die user natürlich am ehesten für jene Kleidungsstücke voten, die auch schön gestaltet sind. Die Skizze muss nicht perfekt gezeichnet sein, eine schöne Präsentation kann vieles wettmachen. Am besten eine coole Idee mit interessanter Aufmachung.

Welches user-designte Stück hat sich bisher am besten verkauft?
Anna: Lustigerweise der Rock von faicity, ein grauer Jersey-Kreisrock- ziemlich schlicht, aber kommt sehr gut an.

Was sind eure Visionen für die Zukunft? Wie schaut useabrand im Idealfall in drei Jahren aus?
Anna: Wir planen 2011 in den wholesale zu gehen, also auch an Großhandelskunden zu verkaufen, was dazu führen würde, dass die Marke useabrand auch im Ausland zum Verkauf angeboten wird. Wir wünschen uns einen langsamen und stetigen Wachstum, dem die Marke nachkommen kann.

Den wünsch ich euch auch, danke Anna für das Interview!

Fotos aus dem Shop:

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